Beim Jugendkirchentag dreht sich alles um das Thema Nachhaltigkeit

(Text: Yara Völker)

Auf dem Jugendkirchentag dreht sich vieles um das Thema Nachhaltigkeit. Neben den wiederverwendbaren „JUKT“-Bechern gibt es zahlreiche verschiedene Themenzelte, in denen man lernt, wie man Plastikverpackungen verwertet oder was die Probleme konventioneller Schokolade sind.

Bittere Schokolade?!

Wegen der besonderen Wachstumsvoraussetzungen stammen 70 Prozent des Kakaos für die weltweite Schokoladenproduktion aus den westafrikanischen Ländern Ghana, Elfenbeinküste, Nigeria und Kamerun. Dafür benötigt es viel Handarbeit: die Früchte müssen geerntet, getrocknet und weiterverbreitet werden. Leider werden bei dieser schweren körperlichen Arbeit nicht nur Erwachsene eingesetzt. Ohne Kinderarbeit wären die günstigen Verkaufspreise von großen Firmen wie  Nestlé und Ferrero nicht möglich.

Faire Schokolade © Johanna Welcker

Am Stand des Weltladens von Weilburg auf dem Marktplatz, wo einige Angebote des Jugendkirchentags stattfinden, wird aufgeklärt, was für einen Schaden große Schokoladenproduzenten eigentlich anrichten und was man dagegen machen kann. Außerdem gibt die Möglichkeit, seine eigene Fairtrade-Banane mit fair gehandelter Schokolade zu glasieren. Hier wird also ein sehr bedeutendes Thema angesprochen, das mit einer süßen Kleinigkeit kombiniert wird. Hier sollte man unbedingt vorbeischauen!

Strampeln für den Smoothie

Als fruchtige Abwechslung empfiehlt sich das Smoothie-bike. Strampeln, schwitzen, genießen lautet hier die Devise. Mit viel Muskelkraft erzeugt man den Strom für seinen eigenen Smoothie. Es ist beeindruckend, wie viel Energie es braucht, um aus Obst Saft zu machen. Außerdem gibt es die Möglichkeit beim Upcycling, aus alten Plastikverpackungen Blumentöpfe zu machen. Mit ein bisschen Stoff entsteht so etwas ganz Neues. „Wir möchten Plastikmüll recyceln und schenken ihm so ein neues Leben“, sagt Lea Heiger, Helferin am Stand. Nachhaltigkeit wird hier großgeschrieben.

Wie viel Energie braucht es, um einen Smoothie herzustellen? © Davide Di Dio

Kreativ austoben in der Lederwerkstatt

Lust auf ein selbstgemachtes Armband? In der Lederwerkstatt wird Schmuck ganz ohne Kunststoff hergestellt. Die Konfigruppe „Markus-Bieber“ aus Offenbach ist in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal beim Jugendkirchentag dabei. Die Konfirmandinnen Lilly, Alina und Lara erklären, wie das funktioniert: Erst werden Löcher in die vorgeschnittenen Lederbänder gestanzt, danach werden sie mit religiösen Zeichen verziert. Bei der Schmuckherstellung am Stand werden ausschließlich Naturprodukte verwendet, sodass die Jugendlichen hier ihrer  Kreativität freien Lauf lassen können.

Schmuck aus natürlichen Materialien © Yara Völker

Naturschmuck- und Hautcremeherstellung

Für die Naturkosmetik- und Schmuckherstellung gibt es ein eigenes Zelt im Renaissancehof. Hier kann man unter der Leitung des Städtepfarramts Gießen aus Mandelöl, Kakaobutter, Rosenwasser und weiteren Zutaten eine feine Hautcreme selbst herstellen – und das ganz ohne Mikroplastik, Vaseline und chemische Inhaltsstoffe. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch besser für die eigene Haut.

Johanna und Davide aus der Medienredaktion des Jugendkirchentages haben die Stationen getestet.

Johanna und Davide stellen Hautcreme her. © Yara Völker