2014-06-20 Flair von Taizé mitten in Darmstadt

Flair von Taizé mitten in Darmstadt

Mehr als 300 Jugendliche feiern Lichtergottesdienst in der Stadtkirche

 

Darmstadt, 20. Juni 2014. Stille. Minutenlang. Kein Handy klingelt. Nur das Knacken der Bänke oder vereinzeltes Husten ist zu hören. Die Stille gehört zu Taizé. Die heilsame Stille, die sonst kaum Raum im Alltag hat. Auch beim Taizé-Lichtergottesdienst am Freitagabend in der Stadtkirche bildete die Stille das Zentrum der Liturgie. Anschließend wurde das Licht an der Osterkerze entzündet und durch die Reihen gegeben, so dass es in der Kirche hell wurde.
Das Flair von Taizé war spürbar in dem von der Evangelischen Jugend im Dekanat Vogelsberg und der katholischen Jugend im Dekanat Alsfeld gemeinsam geleiteten Gottesdienst. „Gloria, gloria“ oder „Meine Hoffnung und meine Freude“ – die eingängigen Taizé-Lieder wurden außer auf deutsch auch auf englisch, französisch und lateinisch angestimmt. Besonders stimmungsvoll begleitete die Mundharmonika den mehrstimmigen Gesang.
Kathrin Landwehr, Hanna Carle und Lena Krieglstein berichteten von ihren Erfahrungen in Taizé. Dort fühle man sich nie allein, man könne hier „sein Leben in Gedanken neu ordnen“. Einfaches Leben mit Menschen aus der ganzen Welt, Singen und Beten, Schweigen und Diskutieren, Spielen und Spülen, vor allem aber das „unvergessliche Gemeinschaftsgefühl“ mache die Atmosphäre von Taizé aus. Nach Konfession und Religion frage niemand: „Das ist ein Hoffnungszeichen, dass da noch etwas zusammen wachsen kann.“ Wilma Well, die jeden Monat einen Taizé-Gottesdienst in einer anderen Gemeinde in ihrem Dekanat Vogelsberg organisiert, lud die Jugendlichen zur Taizé-Fahrt des Dekanats in der Woche nach Ostern ein.
Nach dem Segen und dem letzten Lied „Frieden, Frieden hinterlasse ich euch“ blieben viele noch sitzen und sangen weiter. „Taizé hat auch heute nichts von seiner Faszination verloren“, sagt Wilma Well. In einer Woche kämen bis zu 6000 Jugendliche aus aller Welt in der ökumenischen Gemeinschaft im Burgund zusammen. „Hier wird Verständigung zwischen Völkern und Konfessionen ohne Vorurteile gelebt“, so die Ehrenamtliche aus Lauterbach.

 

 

Text: Rebecca Keller

 

Geschrieben am 21.06.2014, 07:20 Uhr