2014-06-21_Jugendkirchentag auf den Spuren des Urknalls

Jugendkirchentag auf den Spuren des Urknalls

Konfis und Erwachsene besuchen die  GSI

 

Darmstadt, 21. Juni 2014. GSI  – drei Buchstaben, die für etwas ganz Großes stehen, und doch etwas Kleinem auf der Spur sind. Die Gesellschaft für Ionenforschung befindet sich in Wixhausen, nur wenige Kilometer vom Darmstadtium entfernt. Das dunkle Messegebäude war der passende Ausgangspunkt von 40 jungen wie älteren Besuchern des Jugendkirchentages für eine knapp zweistündige Reise zu den Anfängen des Kosmos. Die GSI ist eines der wenigen wissenschaftlichen Einrichtungen, die über einen riesigen Teilchenbeschleuniger verfügen. Mit dem haben Forscher vor vielen Jahren ein neues Element entdeckt: das Darmstadtium. Doch bevor sich der lokale wie wissenschaftliche Kreis schließt, stellt der Physiker Dr. Ingo Peter, in der GSI für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, den Besuchern die Forschungseinrichtung kurz vor. Über 1100 wissenschaftliche Mitarbeiter erforschen hier die Bausteine des Lebens. Sie wollen verstehen, welche Eigenschaften die Elemente haben und woraus der Kosmos und letztlich auch der Mensch bestehen. Fragen, die auch die Religionen stellen. Der Physiker Peters spricht auch von der Schöpfung, nur von der messbaren. Hier im Teilchen-beschleuniger wird der Urknall nämlich simuliert, kann man die Teilchen aufeinander krachen lassen – fast mit Lichtgeschwindigkeit. Aus drei Urelementen, so der Wissenschaftler, bestünde die Welt: aus zwei Quarks und einem Elektron. Die christliche Theologie glaubt an die Trinität von Gott, Christus und Heiliger Geist. Immerhin bekennt der Physiker: „Alle Energie war am Anfang in einem Punkt konzentriert, was davor war, das wissen wir nicht.“ Ob der Urknall im Schöpfungsbericht nicht schon erwähnt wird, fragt eine Teilnehmerin ihre Freundin. Doch auch die Wissenschaft vermag Wunder zu vollbringen. Durch Zufall, oder wissenschaftlichen Einfall, hat man am GSI bei der Forschung mit Ionenstrahlung entdeckt, dass sich die hochkomplexen Teilchenbeschleuniger auch zur Behandlung von Gehirntumoren einsetzen lassen. Und das mit großem Erfolg: 90% aller Krebspatienten konnten hier geheilt werden. Nach zwei Stunden geht es dann zurück in die Gegenwart, wo einem die Materie in Gestalt des Jugendkirchentages wieder lächelnd in die Arme nimmt.

 

Text: Reinhard Völker

 

 

Geschrieben am 21.06.2014, 23:23 Uhr