2014-06-22_Abschluss JUKT: “Unglaubliche Wertschätzung der Jugendarbeit”

„Unglaubliche Wertschätzung der Jugendarbeit“

 

Siebter Jugendkirchentag endet mit Abschlussgottesdienst im Darmstadtium

 

DARMSTADT. Die Evangelische Jugendvertretung Darmstadt hat den Abschluss-gottesdienst des siebten Jugendkirchentags im Darmstadtium gestaltet. Damit ging das Jugendtreffen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), das seit Donnerstag in Darmstadt zu Gast war, am Sonntagmorgen zu Ende.

 

Ganz menschliche Engel sitzen da im himmlischen Wohnzimmer und streiten darüber, ob Brasilien oder Deutschland Weltmeister wird. Dabei lesen sie Postkarten von Jesus, Gott und dem Heiligen Geist, die alle drei eine Stippvisite beim Jugendkirchentag in Darmstadt hinter sich haben. „Das war ein richtiger Erfolg, ich bin von der Stimmung und der Gemeinschaft richtig begeistert“, schreibt Gott, „es könnte ruhig noch eins, zwei Tage länger gehen.“ Auch Engel Dolores gibt zu, dass sie einen Blitzbesuch in Darmstadt gewagt hat und ist angetan von den „vielen tollen Sachen da unten“. Doch jetzt müsse die Heerschar erst einmal aufpassen, dass die 4000 Jugendlichen wieder sicher nach Hause kommen.
Das Anspiel der Evangelischen Jugendvertretung Darmstadt war Teil des Abschlussgottesdienstes des Jugendkirchentages, den sie gestaltete. Dabei weckten die vier Sänger der Jugendkirchentags-Band „Normal ist anders“ die Teilnehmer erst einmal richtig auf mit ihrem Lied „Wach auf“. Später spielten sie ihren Gewinner-Song „Willkommen im Club“ nochmals, gaben Gott mit ihrem Lied „Du bist hier, du bist da, du bist wunderbar“ die Ehre und schlugen mit „Freiheit“ auch leisere Töne an.

 

Ein Jugendkirchentags-Gospelchor unter der Leitung von Friederike Graebsch lud mit „Herr, wohin sonst“ und „Get together in the name of Lord“ zum Mitsingen ein. Zuvor hatten Dekan Norbert Mander und die Präses des Dekanatssynodal-vorstandes, Carin Strobel, das Staffelholz an ihre Offenbacher Kollegen weiter gegeben. Dekanin Eva Reiß. Präses Tobias Dietrich und Mitglieder der Evangelischen Jugendvertretung Offenbach luden schon jetzt ein, 2016 in ihre „bunte und vielfältige Stadt“ zu kommen, wo viele junge Menschen aus vielen Nationen und Kulturen zusammen leben. Simone Reinisch, kommissarische Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend im Zentrum Bildung der EKHN ehrte die ehrenamtlichen Mitarbeiter: „Ohne euch hätt’s nicht so gut geklappt.“

 

Seit Donnerstag nahmen rund 4000 Jugendliche an Gottesdiensten, Workshops, Konzerten und vielen Mitmachaktionen in vier Themenparks teil. Überall waren junge Menschen mit lila Schals in der Stadt zu sehen. Der Schwerpunkt des siebten Jugendkirchentags lag auf dem Thema Nachhaltigkeit. Im Themenpark „Ich und andere“, den das Stadtjugendpfarramt Darmstadt mit verantwortete, kamen jeweils 300 Jugendliche zu den morgendlichen Gottesdiensten. „Ich habe hier unglaublich gut gelaunte, super motivierte Jugendliche getroffen“, sagt Anne Schüßler (22) von der Evangelischen Jugendvertretung Darmstadt. Von dem „Jugendkirchentags-Feeling“, das durch die Gemeinschaft entsteht, spricht Saskia Heineken (16). Stadtjugendreferentin Eltje Reiners geht „müde, aber beseelt“ vom Jugendkirchentag nach Hause.

 

Von einer „entspannten Festivalstimmung“ spricht Stadtjugendpfarrer Gernot Bach-Leucht. „Ich bin begeistert, was wir in unserer Landeskirche für eine fantastische Veranstaltung haben“, so Bach-Leucht. Der Jugendkirchentag in dieser Form ist einzigartig in der Evangelischen Kirche in Deutschland. „Das ist eine unglaubliche Wertschätzung der Jugendarbeit in der EKHN.“ Dekan Norbert Mander ist ebenfalls angetan. „Mein Wunsch vom Beginn, dass junge Menschen über Gott und die Welt ins Gespräch kommen, ist hier voll erfüllt worden.“ Die Teilnehmer hätten sich nicht nur intellektuell mit Zukunftsfragen auseinandergesetzt, sondern auch physisch und emotional Grenzerfahrungen gemacht. Für Präses Carin Strobel ist hier echtes „Kirchentags-Feeling“, wie sie es vom Deutschen Evangelischen Kirchentag kennt, „herüber geschwappt“. Überall sei Gottes Geist in Bibelarbeiten, Andachten, Gottesdiensten, Mittagsimpulsen und Begegnungen aufgeleuchtet.

 

Der Leiter der Arbeitsstelle Jugendkirchentag, Hans-Joachim Adolph, zeigt sich nach dem Abschlussgottesdienst „überwältigt“. Die Lebendigkeit und Vielfalt der Jugendarbeit sei hier eindrucksvoll gezeigt worden. Das sei die Stärke des Jugendkirchentags, „alle Teile des großen Puzzles der Jugendarbeit an einem Ort zu zeigen“. Das könne für den eigenen Glauben und die eigene Arbeit vor Ort nur motivieren. Er hofft, dass viele Eindrücke und Ideen aus Darmstadt mit in die Heimatdekanate mitgenommen werden. Mit knapp über 4000 Teilnehmern, davon 1480 Dauerteilnehmer, sei der  vorige Jugendkirchentag 2012 in Michelstadt noch übertroffen worden. Am Ende konnten die Teilnehmer vor dem Darmstadtium noch Briefe an Gott auf Postkarten von der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau an Luftballons in den Himmel aufsteigen lassen.

Geschrieben am 23.06.2014, 16:28 Uhr