Impressionen Gottesdienst Stadthalle, Freitag

Die Musik ist allererste Sahne, musikalisch und gesanglich. Kein Wunder, dass sie gleich nach den ersten paar Tönen, es der Frankfurt Band „Baseband“ (?) gelingt, die über 500 Jugendlichen morgens um 10 Uhr von ihren Stühlen zu reißen und Begeisterung auszulösen.

Zwischen Liedern der Band spielen Jugendliche der Stadtjugendämter aus Darmstadt, Frankfurt und Gießen ein kurzes Theaterstück mit offenem Ende. Johannes Sohn reicher Eltern will Sänger werden. Seine Eltern halten nichts davon und wollen, dass er lieber noch mehr in der Schule mitmacht und „was Richtiges“ lernt. Sie wollen ja nur „sein Bestes“. Der Klassiker.

Das Besondere: Das Publikum entscheidet, wie es weiter geht. Darf Johannes nach Berlin zum großen Casting? Wird sein Traum wahr? Die Jugendlichen entscheiden „Ja“ er darf, aber sie entscheiden auch, dass er nach der ersten Runde ausscheidet. Damit hatte die Gruppe wohl nicht gerechnet.

Die Clique um Johannes ist resigniert, aber sicher, dass es irgendwann klappen wird. „Wir brauchen junge Menschen, die Mut haben zu träumen. Denn dadurch entsteht Veränderung“, so Stadtjugendpfarrer Alexander Klein aus Gießen. Sein Kollege aus Frankfurt/M., Christian Schulte gibt offen zu, „ich habe Angst vor Veränderung. Scheitern ist blöd.“ Vielleicht hätte man Johannes vor der großen Enttäuschung bewahren sollen. Der Darmstädter Stadtjugendpfarrer Eckhardt Friedrich ist sich sicher „Jugendliche wollen ausprobieren. Wir müssen auch mal auf die Fresse fliegen“, so Friedrich. Gott sei wie perfekte Eltern und gehe jeden Weg mit. Er forderte die Besucher auf „Menschen und deren Träume ernst zu nehmen.“

 

Die Jugendlichen gehen auch hier, wie am Vorabend voll mit. Diese Themen kennen sie nur zu gut. Hier wird nicht von oben herab „moralisiert“. „Passt“, sagt die 14-jährige Anne lächelnd. Beim Fürbittengebet halten sie problemlos vier Minuten Stille aus, um dann gleich frenetisch mit zu singen und zu klatschen. Sie drücken überall liebevoll und freundlich dem großen Jugendfestival ihren persönlichen Stempel auf. Typisch für diesen Jugendkirchentag.

 

Text: Christian Weise

Fotos: Peter Bongard

 

Geschrieben am 02.06.2018, 12:36 Uhr