Freitag – Jugendkirchentag: Diskussion über Bibelverständnis

Die Bibel ist verwirrender als ein Krimi

 

Freitag, 27. Mai 2016, 15 Uhr mit Kirchenpräsident Jung, Mainufer

 

Kirchenpräsident diskutiert über Bedeutung der Heiligen Schrift

Offenbach, 27. Mai 2016. Ein Krimi ist einfach zu lesen. Da gibt es Tatverdächtige, Mörder, Opfer. Die Rollen sind klar verteilt. Bei der Bibel ist das anders. Das Buch der Bücher, selber eine Sammlung aus Dutzenden einzelnen Schriften, braucht den ganzen Kopf. Manchmal auch das ganze Herz. Aber wie ist sie nun zu verstehen – die Bibel? Das fragten sich am Freitagnachmittag Mädchen und Jungen am Offenbacher Mainufer beim Jugendkirchentag. Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung warnt: Auf keinen Fall das ganze Werk an einem Stück durchschmökern. Jung gestand: Hat er bisher auch erst einmal geschafft. Und dann noch nicht einmal freiwillig. Das gehörte zum Theologiestudium zu seiner Pfarrer-Ausbildung dazu. Und auch nicht wirklich hilfreich: Einzelne Verse herauspicken und meditieren. Weiß heute jedes Schulkind: Aus dem Zusammenhang gerissene Sätze sagen niemandem etwas.

 

Ein Gefühl für Texte bekommen

Der Rat des leitenden Theologen der hessen-nassauischen Kirche angesichts des Dilemmas: Sich mal eine einzelne Schrift vorknöpfen und sorgfältig durcharbeiten. Sein Geheimtipp an die jungen Zuhörer in Offenbach: Am besten das Markusevangelium. Alles Wichtige über Jesus ist dort kurz und knapp erzählt. Jung: „So bekommt man ein Gefühl für die Texte“. Und wie sind die biblischen Bücher nun zu verstehen. Als vom Himmel gefallene Wahrheit oder von Menschen geschriebene Beiträge? Jung gesteht ein, dass das wortwörtliche Verständnis von biblischen Texten immer seine Tücken hat. Sie seien in einer bestimmten Situation mit einem bestimmten Hintergrund entstanden. Jung bezeichnet die biblischen Schriften denn auch lieber als „Wort, durch das hindurch Gott spricht“. Entscheidend sei, was es dann mit einem macht und nicht so sehr, wie es gemacht sei.

 

Jeden Tag einen Abschnitt lesen

Und wie hält es nun der Kirchenpräsident heute selber mit der Bibellese? Jeden Tag schaut er die Losungen und ein Stück der Heiligen Schrift an. Wirklich jeden Tag? Ja, notfalls am Schreibtisch im Büro oder im Auto zum nächsten Termin. Dann aber natürlich nur, wenn er selbst nicht fährt. Das wäre sonst gefährlicher als in jedem Krimi.

 

Text und Fotos: Volker Bahn

Laura Gleichmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,

Telefon 0176-10103561, Mail gleichmann@good-days.de

Arbeitsstelle Jugendkirchentag, Bismarckstraße 189, 63067 Offenbach

 

Geschrieben am 27.05.2016, 16:28 Uhr