„SO VIELE TOLLE JUGENDLICHE …“

Zum Ende des Jugendkirchentags in Michelstadt ziehen Kirchenpräsident Jung, Bürgermeister Kelbert, Dekan Arras, die Jugendlichen und der Rettungsdienst Bilanz

Michelstadt 10. Juni 2012. Mit einem Gottesdienst ging am Sonntag (10. Juni 2012) der Sechste Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zu Ende. Über 4000, und damit mehr Jugendliche als erwartet, hatten ihn von Donnerstag an in Michelstadt im Odenwald gefeiert.

Kirchenpräsident Volker Jung, der an der Eröffnungsfeier mitgewirkt und im Global Youth Village eine Bibelarbeit gestaltet hatte, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf: „Ich habe viele Jugendlichen erlebt, die ernsthaft um Fragen der Gesellschaft und des Glaubens ringen und zugleich fröhlich und ausgelassen feiern können. Genau diese gute Mischung haben wir uns vom Jugendkirchentag gewünscht und genau das wollen wir ihnen als evangelische Kirche auch anbieten.“ Besonders aufgefallen sei ihm die „beeindruckende Kreativität in den Themenparks und die vielen Angebote, miteinander ins Gespräch und in die Diskussion zu kommen“. Wörtlich sagte Jung: „Es hat mich bewegt und ermutigt, so viele tolle Jugendliche in dieser traditionsreichen Stadt zu erleben. Das weist hoffnungsvoll in die Zukunft.“

„Kurze Wege, gute Gemeinschaft, fröhliche Atmosphäre“

Herzlich dankte der Kirchenpräsident dem gastgebenden Dekanat Odenwald und der Stadt Michelstadt. „In Michelstadt war der Jugendkirchentag erstmals in einer Kleinstadt zu Gast“, sagte Jung. „Michelstadt hat nicht nur gezeigt, wie gut das geht, sondern auch dass darin sogar besondere Chancen liegen.“ Die Stadt habe dem Jugendkirchentag etwas Besonderes geboten: „Kurze Wege, gute Gemeinschaft, fröhliche Atmosphäre. Wir danken der Stadt – den Bürgern, dem Bürgermeister und seinen Dienststellen – sowie auch dem Landrat ganz herzlich für die Gastfreundschaft und die vielfältige Hilfe.“

Michelstadt habe auch gezeigt, so Jung, dass Jugendliche ihren Kirchentag nicht nur in größeren Städten akzeptierten, sondern dass sie ihm auch in kleinere Städte folgten. Wörtlich sagte Jung; „Der Jugendkirchentag ist ein Markenzeichen unserer Kirche geworden, der aus sich selbst heraus Jugendliche anzieht.“

Jung dankte dem neuen Team in der Geschäftsstelle des Jugendkirchentags, das diese Aufgabe zum ersten Mal bewältigt hatte. Der Leiter Hans-Joachim Adolph und seine beiden Referentinnen hatten eineinhalb Jahre lang Zeit, diese Großveranstaltung zu planen. Es sei ihnen gelungen, einen Jugendkirchentag mit viel Atmosphäre und guter Laune anzustoßen.

Bürgermeister: Junge Leute in alter Stadt – gut für beide

Bürgermeister Stephan Kelbert bilanzierte: „Ich hatte sehr hohe Erwartungen und sie sind voll erfüllt worden“. Er habe persönlich den Jugendkirchentag „in vollen Zügen genossen“, lobte dessen „ganz offene Atmosphäre“ und sagte: „Die frische Jugendlichkeit hat unserer alten Stadt gut getan. Und die harmonische Architektur unserer Stadt hat den Jugendlichen gut getan.“ Manche Bürger seien zunächst skeptisch gewesen, viele seien dann aber gekommen, „um den Jugendkirchentag zu sehen und zu genießen“. Kritik habe er keine gehört. Kelbert bezeichnete es als „großes Glück, das wir als Austragungsort ausgewählt wurden“.

Dekan: Auch eine ländliche Region kann das

Für Dekan Stephan Arras, der im Auftrag des Dekanats Odenwald den Jugendkirchentag nach Michelstadt eingeladen hatte, „ist ein Traum in Erfüllung gegangen“. Das Dekanat habe zeigen wollen, „dass auch eine ländliche Region so etwas kann und jung und jugendlich ist“. Arras zeigte sich beeindruckt von der Qualität des Programms: „Die Jugend unserer Landeskirche kann sich sehen lassen.“ Zudem äußerte er zuversichtlich, dass der „frische, jugendliche Geist dauerhaft auf die Region überspringt“. Bereits jetzt sei erkennbar, dass im Umfeld des Jugendkirchentags Neues entstanden sei und sicher weiterwirke.

Jugendliche: Kirche für uns offen und Altersgemäß

Die Jugendlichen selber zogen und ziehen ihre Bilanz im Gästebuch (Statementseite) der Website des Jugendkirchentags. Sie zeigten sich durchweg begeistert vom breiten Angebot, das für verschiedenste Interessen und Stimmungslagen etwas bereit hielt, und von der angenehmen Atmosphäre in der Stadt. Besonders lobten sie dabei, dass die Kirche mit dem Jugendkirchentag so offen und ihrem Alter gemäß auf sie zugegangen sei.

Rettungsdienst: Nur ein par Pflaster

Ihre eigene Bilanz zogen auch die Rettungskräfte des Roten Kreuzes: Sie hätten noch nie ein so unproblematisches Event erlebt: Keine Betrunkenen, keine Schlägereien, keine Pöbeleien. Nur ein paar Pflaster seien zu kleben gewesen.

Blick in die Zukunft, 2014 in Darmstadt

Ulrich Oelschläger, Präses der Kirchensynode der EKHN, blickte bei der Abschlussveranstaltung in seinem Grußwort in die Zukunft der Jugendkirchentage, deren Bestand durch Beschluss der Synode einstweilen nur bis 2014 gesichert ist. Er sagte: „Bislang hat in der Synode das Fortbestehen der Jugendkirchentage trotz insgesamt zurückgehender Mittel noch niemand in Zweifel gezogen.“

Der Kirchentag endete mit der Staffelübergabe an das Dekanat Darmstadt, wo 2014 der nächste Jugendkirchentag stattfinden wird. Dabei sagte Pröpstin Karin Held unter dem Jubel der Jugendlichen: „Die Sache geht weiter“.

 

Am 6. Jugendkirchentag der EKHN, der von Donnerstag bis Sonntag unter dem Motto „go(o)d days & nights“ stattfand, gab es über 150 Veranstaltungen, darunter Workshops, Konzerte, vielerlei zum Mitmachen und natürlich Gottesdienste. Das Programm war in fünf Themenparks gegliedert: Glaube und Spiritualität, Natur und Umwelt, Liebe und Freundschaft, Onlinewelt und Offlinewelt sowie Gegenwart und Zukunft.

 

  • Geschrieben am: 10.06.2012, 15:00 Uhr

Geschrieben am 28.10.2013, 15:23 Uhr